Nach einer kurzen Einführung über die Arbeit der Hundestaffel und Besonderheiten bei der Zusammenarbeit mit Rettungshunden durch Staffelführerin Bettina Weidemann, bekamen wir einen praktischen Einblick in die Suche mit Rettungshunden. Eine Person hatte sich auf dem Gelände versteckt, ein Hund mit seinem Hundeführer musste sie suchen, der Rest der Gruppe ging in angemessener Entfernung hinterher. Wichtig ist, das grundsätzlich bei einer Suche mit Hunden keine Personen vor dem Hund laufen. Er könnte dann iritiert werden.

 

Ein Rettungshund ist in der Regel immer nur einem Hundeführer, der auch der Besitzer ist, zugeordnet. Die Ausbildung zum Rettungshund sollte in der 12. Lebenswoche des Tieres beginnen und dauert bis zu 3 Jahre. Nach Abschluß der Ausbildung müssen Rettungshunde alle 18 Monate eine erneute Eignungsprüfung durchlaufen. Sie müssen eine sehr gute Kondition haben und sollten eine gewisse Mindestgröße aufweisen. Es gibt zwei Arten von Rettungshunden: Verbeller und Verweiser; Die größere Gruppe sind die Verbeller, sie suchen das Opfer und wenn sie es finden, bellen sie so lange, bis der Hundeführer zum Opfer kommt. Die Verweiser suchen das Opfer, laufen, wenn sie es gefunden haben, zurück zum Hunde-führer und führen ihn dann zum Opfer. Die Ausbildung zum Verweiser ist somit wesentlich anspruchsvoller, es gibt in Hessen auch nur 5 Rettungshunde, die zum Verweiser ausgebildet sind.  Trümmerhunde, die auf die Vermisstensuche in Trümmerfeldern spezialisiert sind, gibt es in Deutschland keine, da die entsprechenden Einsatzszenarien selten sind.

 

Im Einsatz sind immer Hundeteams, bestehend aus einem Hund, dem Hundeführer und dem Helfer. Ein Hund kann ein Areal von ca. 3 Hektar (30.000 m2) absuchen und sollte nach einer Einsatzzeit von 20-30 Minuten eine Pause machen. Natürlich ist dies auch abhängig vom abzusuchenden Gelände.

 

Den Abschluß der Ausbildungsveranstaltung bildete eine gemeinsame Einsatzübung, bei der zwei vermisste Personen in einem nachgestellten Trümmerfeld von den Hunden gesucht und anschließend durch die Feuerwehr in Absprache und Zusammenarbeit mit den Hundeteams gerettet werden mussten. Eine Person war durch die Staffel der Feuerwehr mittels Kranken-trage von einem steilen Hügel hinabzubringen, die andere Person lag bewusstlos in einem engen Schacht. Die hier eingesetzte Staffel der Feuerwehr hatte also zunächst eine Schacht-rettung durchzuführen und die Person anschließend mit dem Tragetuch über das Trümmerfeld zu tragen, um sie dem Rettungsdienst zu übergeben.